Kleiderspenden stellen wichtige Hilfe sicher

27.06.17 / 08:48

Mit einer Sammelmenge von 3.278 Tonnen Kleidung und Schuhen im Jahr 2016 werden zahlreiche soziale Projekte ermöglicht und auch maßgebliche ökologische Zielvorgaben erreicht. Durch die landesweite Sammlung der Caritas und das Sortieren bekommt Kleidung eine zweite Chance und Verwendung und es bleiben wertvolle Rohstoffe erhalten, anstatt im Müll zu landen. Grundlage ist die Kooperation von Caritas, Umweltverband und Gemeinden, welche in den letzten 20 Jahren gemeinsam kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

 

„Die Kleiderspenden der Vorarlberger Bevölkerung sowie die gute Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden und dem Umweltverband machten es auch 2016 wieder möglich, befristete Arbeitsplätze in den Bereichen Sortierung und Verkauf für insgesamt 184 Transit-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in den sozialen Unternehmen der Caritas anzubieten“, dankt Caritasdirektor Walter Schmolly stellvertretend für die Menschen, die dadurch wieder eine berufliche Perspektive gefunden haben.

In den vergangenen 25 Jahren konnten 2.168 langzeitarbeitslose Menschen beschäftigt und für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Wer Kleidung und Möbel an die sozialen Unternehmen carla der Caritas spendet, hilft dadurch gleich fünffach:

  • Kleider spenden schafft Arbeitsplätze in der Sortierung und im Verkauf.
  • Kleider spenden schont die Umwelt – unter anderem weniger Verbrauch wertvoller Wasserressourcen.
  • Kleider spenden hilft Menschen in Vorarlberg. Bedürftige erhalten Gutscheine für einen Gratisbezug von Kleidung, einlösbar in den fünf carla Second-Hand Shops.
  • Kleider spenden schafft eine günstige und ökologisch sinnvolle Einkaufsquelle für Menschen mit kleiner Geldbörse sowie für Konsumbewusste.
  • Kleider spenden unterstützt zahlreiche Projekte für Menschen in Not in Vorarlberg sowie Caritasprojekte im Ausland.

 

Sammlung zu einer wichtigen ökologischen Aufgabe gewachsen

Mit dem Ausbau des Sammelsystems in den vergangenen Jahren haben die ökologischen Aspekte deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Ergebnisse in der Sortierung zeigen, dass rund 50 Prozent der Kleiderspenden weiter tragbar sind, 35 Prozent dienen als Rohstoff – etwa für Dämmmaterialien – und bis zu 15 Prozent müssen fachgerecht entsorgt werden

 

Verkaufserlöse sichern Sozialprojekte in Vorarlberg und in der Entwicklungszusammenarbeit

Ein Teil der Gebrauchtkleiderspenden wird in Geldspenden umgewandelt, indem jener Teil der gesammelten Ware, für den es im Inland keine Verwendung gibt, auch ins Ausland verkauft wird. Im vergangenen Jahr 2016 wurden durch die Wiederverwertung von Textilspenden insgesamt 669.000 Euro erzielt. In den vergangenen Jahren betrug der Erlös jährlich durchschnittlich 498.000 Euro. Auch die Einnahmen 2016 wurden wiederum für soziale Projekte sowohl im In- als auch im  Ausland verwendet:

  • So werden beispielsweise die sechs Lerncafés unterstützt, die knapp 200 Kindern ein positives Lernumfeld bieten und sie in ihrer Entwicklung ganzheitlich unterstützen.
  • Ebenfalls aus den Mitteln der Kleiderspenden wurde die Ausbildung und Begleitung der rund 300 ehrenamtlichen SozialpatInnen finanziert. Sie begleiten in den Städten und Gemeinden Menschen in unterschiedlichen sozialen Notlagen.
  • Auch die Sozialberatungsstellen wurden aus den Erlösen mitfinanziert.
  • Ebenfalls war im Ausland wertvolle Hilfe möglich, um den Menschen eine Überlebensgrundlage zu geben – unter anderem durch Geburtenhilfeprogramme, ein Kinderspital, Trinkwasserbereitstellung oder durch die Unterstützung von geflüchteten Frauen, die nach Äthiopien zurückkehren.

 

„Mit den Erlösen aus der Sammlung werden seit vielen Jahren ausschließlich ganz wichtige soziale Aufgaben sichergestellt“, so Caritasdirektor Walter Schmolly.
„Ich verstehe das Anliegen der Bürgermeister, dass durch die aus der Kleidersammlung finanzierten Projekte die Gemeinden in ihren sozialen Aufgaben entlastet werden. Das ist auch unser Anliegen. Wir werden uns mit dem Umweltverband bei den kommenden Gesprächen auf jeden Fall damit beschäftigen. Die gemeinsame Basis ist, dass wir Menschen in Notsituationen unterstützen wollen, wie beispielsweise die 13-jährige Hanna mit Legasthenie, die ohne Hilfe im Caritas Lerncafé keinen Schulabschluss schafft, weil Eltern weder Mittel noch Fähigkeit haben, sie beim Lernen zu unterstützen oder die chronisch erkrankte Alleinerzieherin, welche ohne die Hilfe des Sozialpatennetzwerkes, isoliert und mit der Betreuung der Kinder überfordert wäre oder die Mindestpensionistin, welche in der Caritas-Beratungsstelle Existenz&Wohnen Überbrückungshilfe erhält. Hier und in vielen anderen, ähnlich gelagerten Einzelfällen haben wir eine gemeinsame Verantwortung.“